Fakten

Zu den gravierendsten Auswirkungen von Zucker



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Durch einen zu hohen Zuckerkonsum gerät das Hunger- bzw. Sättigungssystem des Körpers durcheinander. Muss der Körper durch ständige Zufuhr von zuckerhaltigen Speisen viel Insulin produzieren, kann es mit der Zeit zu Insulinresistenz kommen. Dadurch werden Ghrelin, das sogenannte „Hungerhormon“, und Leptin, das sogenannte „Sättigungshormon“ ebenfalls nicht mehr richtig reguliert, was dazu führt, dass wir ständig Hunger haben und den Signalen unseres Körpers nicht mehr ganz vertrauen können. Zusätzlich kommt es zur Ausschüttung von mehr Cortisol, dem sogenannten „Stresshormon“, was sich bei den meisten Menschen negativ auf ihr Gewicht auswirkt. Ausserdem führt Zuckerkonsum im Übermass zum sogenannten „Stoffwechselsyndrom“, was mit Gewichtszunahme, erhöhtem Blutdruck sowie Cholesterinwerten einhergeht und sich zu Diabetes entwickeln kann. Auf den Webseiten von Dr. Mercola oder auch Dr. Hyman findest Du sehr ausführliche Information dazu.

In unserem Darm gibt es zehnmal mehr Bakterien als es Zellen in unserem Körper gibt. Dabei ist das Gleichgewicht dieser Bakterien nicht nur für unsere Verdauung, sondern für unsere Gesundheit von entscheidender Bedeutung, da sich über 70 % unseres Immunsystems im Darm befinden. Ein übermäßiger Konsum von Zucker bringt das empfindliche Gleichgewicht der Darmflora durcheinander und bewirkt eine Schwächung der Immunfunktionen des Körpers, eine Beschleunigung des Alterungsprozesses sowie eine Verschlechterung des Hautbildes und unserer Grundstimmung. Dr. Elizabeth Lipski beschreibt diese Zusammenhänge sowie mögliche Lösungsansätze in ihren Büchern sehr ausführlich.

Es gibt mittlerweile immer mehr Hinweise, Studien und Artikel, die einen Zusammenhang von einem hohen Zuckerkonsum und der Degeneration des Gehirns, von leichten Merkproblemen bis hin zu Krankheiten wie Alzheimer und Demenz, nahelegen. Bücher, wie zum Beispiel „Brain Maker“, von Dr. Perlmutter, das inzwischen auch auf Deutsch unter dem plakativen Titel „Scheissschlau: Wie eine gesunde Darmflora unser Hirn fithält“ erschienen ist, widmen sich diesem Thema im Detail.

All dies ist jedoch kein Grund in Panik zu geraten, denn wie so oft ist Aufklärung der erste und beste Schritt zu einem selbstbestimmten und bewussten Leben. Denn hat man erst einmal für eine gewisse Zeit auf die künstliche, industriell hergestellte Süsse verzichtet und eine zuckerfreie Zeit ausprobiert, fühlt man sich nicht nur besser, vitaler und klarer, sondern lernt auch wieder die natürliche Süsse des Lebens zu schätzen.

Ist Zucker der beste Energielieferant?

Nein. Fett etwa hat einen mehr als doppelt so hohen Energiewert wie Zucker. Zum Vergleich: Ein Gramm Fett enthält neun Kilokalorien, ein Gramm Zucker nur vier. Der beste Energielieferant ist und bleibt eine ausgewogene Ernährung mit Ballaststoffen, Eiweissen sowie Vitaminen. Es hält auch am längsten satt, soviel sei gesagt.

Bedeutet "zuckerfrei" wirklich "ohne Zucker"?

"Zuckerfrei" heisst nicht immer wirklich frei von jeglichem Zucker. Denn ausser unserem Haushaltszucker gibt es noch weitere Zuckerarten wie Frucht-, Milch- und Traubenzucker. Vom gesundheitlichen Standpunkt aus unterscheiden sich diese Sorten nicht vom Haushaltszucker. Als "Zuckerfreie" Lebensmittel gelten nur solche, die weniger als 0,5 Gramm pro 100 Gramm oder 100 Milliliter enthalten. "Ohne Zuckerzusatz" hingegen darf nur verwendet werden, wenn kein süssender Stoff zugesetzt wurde.

Blutzucker, Blutdruck, Blutfette und Gewicht im grünen Bereich? Wer als Typ-2-Diabetiker seine Therapieziele erreicht, kann sich je nach Alter und Geschlecht um bis zu zehn Lebensjahre mehr freuen.

Ärzte beklagen immer wieder, dass viele ihrer Patienten mit Diabetes Typ 2 nicht genug selber dazu beitragen, die Krankheit in den Griff zu bekommen. Forscher wollten genauer wissen, welche Faktoren anteilsmässig welche Rolle spielen und stellten im Rahmen einer Studie eine Rechnung auf, in der abhängig von den Biomarkern Blutzucker, Blutdruck, Blutfette und Gewicht je nach Alter und Geschlecht die verbleibende Lebenszeit ermittelt wurde.

Gewicht und HbA1c sind die wichtigsten Faktoren

Meine gemachten Erkenntnisse liegen darin, dass Menschen mit Diabetes Typ 2 vielleicht angesichts einer so viel längeren Lebenserwartung leichter zu motivieren wären, ihre Lebensgewohnheiten zu verändern bzw. ihre Medikamente regelmäßiger einzunehmen, oder noch besser mit der Ernährungsumstellung auf vor allem der Verzicht auf Zucker. Dazu wurden mehrere hundert Menschen mit Diabetes Typ 2 untersucht. Das Durchschnittsalter betrug knapp 65 Jahre. Verwendet wurde ein Diabetesmodell, dass in einer früheren Studie entwickelt wurde.

• Das Körpergewicht ist laut den Ergebnissen ein besonders wichtiger Faktor für eine höhere Lebenserwartung. Gelingt es den Body-Mass-Index (BMI) von über 40 kg/m2 auf einen von 33, 28 oder sogar 24 zu senken, nimmt damit die Lebenserwartung um 2, 2,9 oder 3,9 Jahre zu.


• Ebenfalls von grosser Bedeutung ist ein gesunder Langzeitblutzucker HbA1c. Wer diesen Wert von 9,9 Prozent auf 7,7 Prozent senken kann, hat eine um 3 bis 4 Jahre höhere Lebenserwartung. Bei einer Senkung auf 6,8 sind es in etwa 3,9 Jahre. Eine noch stärkere Senkung auf 5,9 Prozent hingegen, hat keine weitere Steigerung, bzw. Verbesserung zur Folge.

• Auch ein Blutdruck im Normbereich spielt eine Rolle. Eine Senkung des systolischen Blutdrucks von 159 mmHg auf 139 bis 114 mmHg korreliert mit einer Lebenserwartung von nochmals zusätzlichen ein bis zwei Jahren.

• Eine Senkung von LDL-Cholesterin von 146 mg/dl auf 107, 84 oder 59 erhöhte die Lebenszeit um ein halbes bis ein ganzes Jahr.

Obig aufgeführte Ergebnisse zeigen, dass ein gesundes Körpergewicht und ein gut eingestellter Blutzucker den grössten Effekt zeigen. Menschen, die mit sehr schlechten Werten starteten, können durch eine Normalisierung dieser vier Faktoren ihre Lebenserwartung sogar um über zehn Jahre steigern. „Unsere Daten unterstreichen die Bedeutung der Kontrolle dieser Biomarker in jüngeren Jahren“, so die Wissenschaftler. Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass es möglich und nötig sei, bei älteren Diabetikern einen Ausgleich zwischen Lebensqualität und Therapiezielen zu finden.

Zur Veranschaulichung:

Eine Frau im Alter von etwa 48 bis 58 Jahren mit einem BMI von ca. 29, einem Blutdruck von 159 mmHg und einem HbA1c-Wert von 10 Prozent, gewinnt drei zusätzliche Lebensjahre, wenn ihr Blutdruck auf neu 120 mmHg gesenkt wird, um weitere 1 bis 2 Jahre, wenn sie auf einen BMI von 25 abnimmt.

Diese Fakten und Tatsachen lassen sich natürlich beliebig ergänzen und erweitern. Denke wichtig ist das Bewusstsein zu schärfen, und sich das immer wieder vor Auge zu führen, damit es zur Routine wird. Auch an dieser Stelle sei gesagt, dass wir nicht von einer vorübergehenden Diät sprechen, sondern "das Konzept" für immer zu betrachten ist.


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